Apple verabschiedet sich mit dem iPhone 16e vom klassischen SE-Design mit Home-Button und dicken Displayrändern. Stattdessen gibt es ein 6,1-Zoll Super Retina XDR OLED-Display mit einer Auflösung von 2532 x 1170 Pixeln. Farben, Kontraste und Helligkeit (bis zu 1.200 Nits HDR) sind hervorragend und auf Augenhöhe mit den regulären iPhone-16-Modellen.
Doch ein Blick in die Details enttäuscht: Apple setzt weiterhin auf eine veraltete 60-Hz-Bildwiederholrate. Während die Konkurrenz bereits in der Budget-Klasse mindestens 90 Hz oder gar 120 Hz bietet, bleibt Apple hier stur. Das resultiert in weniger flüssigen Animationen und Scroll-Erlebnissen – ein echter Schwachpunkt für ein Smartphone dieser Preisklasse.
Ein weiteres Manko ist die Notch, die von den iPhone-14-Modellen übernommen wurde, anstelle der Dynamic Island der teureren Modelle. Optisch also kein Highlight, aber funktional völlig ausreichend.
Unter der Haube steckt der neue A18-Chip, der auch in den regulären iPhone-16-Modellen zum Einsatz kommt – allerdings mit einem leicht abgespeckten Grafikprozessor. In der Praxis bedeutet das:
Der kleine Nachteil in Benchmarks dürfte für die meisten Nutzer kaum ins Gewicht fallen. Spannender ist hingegen die Apple Intelligence, die das iPhone 16e unterstützt – allerdings erst ab April 2025 in vollem Umfang.
Die Kamera ist ein typischer Kompromiss im Budget-Segment. Apple verbaut eine einzelne 48-MP-Hauptkamera, die dank Software-Optimierung hervorragende Bilder liefert. Besonders beeindruckend:
Allerdings gibt es weder eine Ultraweitwinkel- noch eine Tele-Linse – hier sparen die Kalifornier. Auch wenn die Hauptkamera stark performt, bleibt das Fehlen der zusätzlichen Objektive ein klarer Nachteil gegenüber Konkurrenzgeräten.
Videos lassen sich immerhin mit 4K bei 60 FPS aufnehmen, was Apple-typisch für hervorragende Aufnahmen sorgt.
Ein positiver Überraschungspunkt ist die Akkulaufzeit. Mit bis zu 17 Stunden normaler Nutzung schlägt das iPhone 16e sogar seinen größeren Bruder.
Doch beim Laden zeigt sich ein weiteres Manko:
In der Praxis bedeutet das: Schnelles Laden ist zwar möglich, aber nicht so effizient wie bei der Konkurrenz oder den Pro-Modellen.
Das iPhone 16e ist mit IP68-Zertifizierung gegen Staub und Wasser geschützt. Die Stereo-Lautsprecher überzeugen mit einem klaren Klang, doch Ultra-Breitband-Ortung fehlt – was bedeutet, dass AirTags nicht so präzise geortet werden können.
Der klassische Mute-Switch verschwindet und wird durch den Action-Button ersetzt, der individuell belegbar ist – eine nette Ergänzung.
Mit einem Startpreis von rund 700 Euro ist das iPhone 16e nicht gerade ein Schnäppchen. Zum Vergleich:
Das neue Modell bringt zwar moderne Features mit, verliert aber den Hauptvorteil der SE-Serie: den günstigen Preis. Wer einfach nur ein preiswertes iPhone sucht, muss also tiefer in die Tasche greifen als früher.
Pro:✅ Modernes Design mit Face ID✅ Leistungsstarker A18-Chip✅ 8 GB RAM und lange Akkulaufzeit✅ Hochwertige 48-MP-Kamera✅ Apple Intelligence kompatibel✅ Action-Button statt Mute-Switch
Contra:❌ Veraltetes 60-Hz-Display❌ Keine Ultraweitwinkel- oder Tele-Kamera❌ Kein MagSafe beim kabellosen Laden❌ Preislich kaum noch als "Budget"-iPhone zu bezeichnen
Für wen?
Das iPhone 16e bringt viele Verbesserungen mit, doch der höhere Preis und einige fragwürdige Entscheidungen – insbesondere das 60-Hz-Display – könnten einige potenzielle Käufer abschrecken. Apple liefert hier ein starkes, aber nicht perfektes Budget-iPhone.